Honey bees

Überleben ist eine Kunst

Die letzten Wochen hatten wir wieder mit erheblichen Temperaturunterschieden zu tun. Ab und zu konnte man sogar von strengem Frost sprechen (bei dem dann sofort das Eisschnelllauffieber bei uns aufkommt) und einen Tag später taute es schon wieder kräftig.
Wie gehen die Honigbienen mit diesen Wetterbedingungen um? Bei sehr niedrigen Temperaturen rücken die Arbeiterinnen zu einer Art Haufen, mit ihrer Königin in der Mitte, zusammen. Diesen Haufen nennt der Imker auch Wintertraube. In dieser Wintertraube kann man viel Bewegung beobachten. Die Bienen an de Außenseite kühlen schnell aus und versuchen dann, weiter nach innen zu kommen um sich wieder aufzuwärmen. Außerdem produzieren die Bienen durch Muskelkontraktionen Wärme, sodass die Temperatur im Stock nicht unter 25 Grad fällt.
Das kostet natürlich viel Energie, die Bienen normalerweise aus den Vorräten des Sommers beziehen. Die Waben sind mit Honig und Bienenbrot (Perga) gefüllt. Bienenbrot ist Blütenpollen der durch den Speichel von Bienen fermentiert wurde und dadurch haltbarer wird.
Wurde die Wabe eines Rähmchens abgegrast verlagert sich die Wintertraube zur nächsten, noch gefüllten Wabe. So wird der Nahrungsvorrat systematisch geleert.

Durch die, inzwischen zur Verfügung stehende, moderne Sensortechnik kann man den Ort der Wintertraube im Kasten – der Bienenbeute, mit einer Wärmebildkamera verfolgen. Dazu finden sich im Internet tolle Beispiele. Dort kann man dann den Weg der Traube im Lauf des Winters verfolgen. Bei Kunststoffkästen verrät sich die Winterkugel durch Vereisung des Kondenswassers an der Außenseite der Beute. Solange ein Imker das sieht, ist er beruhigt. Eine andere Methode zur Kontrolle der Bewegungen der Bienen ist die Schublade (Windel) wo sich die sog. „Gemülle“ sammeln. Dort liegen die Wachskrümel der entdeckelten Honigwaben. Je nach Ort der Wintertraube finden sich die Wachskrümel an unterschiedlichen Stellen.

Technologische Entwicklungen befriedigen nicht nur unsere Neugier, sondern tragen auch zur Bienengesundheit bei. Zurzeit wird ein großes nationales Projekt unter Beteiligung der „Hanze-Fachhochschule Groningen“ vorbereitet, bei dem die Bienenbeuten von Imkern mit Sensoren ausgerüstet werden. Diese registrieren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bewegungen im Bienenkasten. Zusammen mit allen anderen Besonderheiten der Bienenvölker liefert das unschätzbare Informationen, für sowohl Imker, als auch Wissenschaftler. Im Moment werden die Rahmenbedingungen für das Projekt besprochen. Einer der Mitwirkenden wohnt im „Biotoop“ direkt neben dem Hortus in Haren, einem alternativen Wohn- und Arbeitsprojekt im ehemaligen Biologiegebäude der Universität Groningen. Möglicherweise werden also auch die Bienen des Hortus Haren noch ihren Beitrag zu dieser Studie leisten. Aber natürlich müssen sie erst gut durch den Winter kommen.

 

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