Geweizwam ST 2018

Ein ganz besonderer Botanischer Garten

Der Hortus Haren ist ein ganz besonderer Botanischer Garten, aber er gibt seine Schätze nicht immer auf den ersten Blick preis. Der Kenner kann fast bei jedem Schritt und zu jeder Jahreszeit etwas Interessantes sehen und man weiß oft nicht wohin man zuerst anschauen soll.

Ich hatte heute das Glück mit einem Kenner eine Runde durch den Hortus machen zu können. Obwohl uns die Trockenheit dieses Jahres kein gutes Pilzjahr bescherte, konnten wir unterschiedliche Arten bewundern, vom „Violetten Rötelritterling“ (Lepista nuda) bis zur „Steifen Koralle“ (Ramaria stricta) und der „Geweihförmigen Holzkeule“ (Xylaria hypoxylon).

Außerdem erfuhr ich, dass beim Bienenstall einige sog. „Pfropfchimären“ stehen. Das sind Bäume oder Sträucher die mit einer anderen Art gepfropft wurden, mit der Besonderheit, dass sich ihre Eigenschaften wirklich vermischt haben, während ein normaler Pfröpfling im Unterschied dazu aus der genetisch eindeutigen Unterlage und einem Edelreis besteht. Bei einer Pfropfchimäre zeigen die Blätter und Früchte aber tatsächlich Kennzeichen beider Arten. Bei den Bienenstöcken im Hortus stehen die Pfropfchimären Weißdorn (Crataegus) + Mispel (Mespilus germanica) und Besenginster (Cytisus scoparius) + Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides).

Mein Tipp: nehmen Sie sich Zeit für Ihren Besuch des Hortus Haren „there is more to it than meets the eye” – Mehr, als es auf den ersten Blick scheint! (ST, November 2018)

 

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