Biene sucht Imker!

Nach einem Bericht in den Mitteilungen für die Freunde des Hortus im Frühjahr erreichte mich eine Mail vom Hortus-Imker Hugo van Rossem. Sein Artikel „Bijproat” war im “Freunde des Hortus-Magazin“ – zwar gut formgegeben, aber leider mit einem falsch geschriebenem Nachnamen erschienen. Dafür entschuldige ich mich hier nochmals in aller Form. Ich hoffte, den Fauxpas mit Kaffee und Kuchen wieder ausbügeln zu können, was Hugo auch sehr zu schätzen wusste. Allerdings schlug er eine alternative Wiedergutmachung vor. „Wietske, wie wär’s, wenn du einen Imker-Kurs machst?”

Hugo hatte einen guten Grund, mich zu einem Kurs verführen zu wollen. Er konnte nämlich wirklich Hilfe gebrauchen. Sein langjähriger Imkergenosse Johan Ebbers war inzwischen 89 Jahre und musste leider kürzertreten. Es wurde also höchste Zeit für neue Imker, welche die Honigbienen im Hortus versorgen wollten.

Ich stellte mir vor Familie und Freunden auf Festen von meiner neuen Passion „Hobby-Imkerin“ zu erzählen. In meiner Fantasie klang das sehr sexy. Doch bezwang ich meine Neigung, mich sofort für einen Kurs anzumelden. Denn ein Kurs ist eine Sache, die Pflege von Bienenvölkern aber eine andere. Frühlings-Kontrolle, Wabenerneuerung, Schwarmkontrolle, Zucht, Honig schleudern, Varroamilben-Bekämpfung, Beuten und Materialien pflegen. Ab und zu muss ein Volk eine Weile zu einem Heide- oder Rapsfeld umziehen, zu schwache Völker mussten vereint werden und vieles mehr.

Anfang Juli fragte ich Hugo, ob er schon Verstärkung gefunden hatte. Und wie! Dieses Frühjahr hatten sich 24 Leute zu einem Imkerkurs beim Imkerverein in Haren/Paterswolde angemeldet. Die Theoriestunden fanden bei AOC Terra (einer Fachschule für agrarische Ausbildungen) in Eelde statt, die praktischen Übungen bei drei unterschiedlichen Imkereien, eine davon der Hortus. Zwei Teilnehmer hatten schon Interesse, daran gezeigt auch nach Abschluss des Kurses im Hortus mitarbeiten zu wollen. Während dem landesweiten Tag der offenen Tür der Imker war Hugo schon von einigen Kursteilnehmer bei der Beantwortung von Besucherfragen zum Leben der Bienen unterstützten worden. Denn auch das gehörte zu den Aufgaben von Imkern: Öffentlichkeitsarbeit.

Meine Hilfe scheint vorläufig also unnötig zu sein. Dann eben etwas weniger sexy durchs Leben gehen.

 

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