Wineke Gartz expositie 2

Ausstellung Wineke Gartz

20 Oktober 2018 bis einschl. 01. November 2019

“Cell Memory, Thank You Plant”

Die Videoinstallation „Cell Memory, Thank You Plant“ von Wineke Gartz im Blumenpavillon des Ming-Gartens des Hortus Haren richtet seine Aufmerksamkeit auf: die Pflanzen, das Wachstum, das Licht, den Hortus und die Wahrnehmung.

Auf Einladung des Hortus Haren und TAAK (“Coöperatie TAAK” Kunstprojekte im öffentlichen Raum) besuchte Wineke Gartz mehrere Male die Gärten des Hortus für einige Zeit. Sie filmte während ihrer Aufenthalte zu unterschiedlichen Jahreszeiten und bemerkte die Analogie zwischen der Widerstandsfähigkeit der Natur und der Art und Weise wie der Hortus, seitdem er seine wissenschaftliche Funktion verloren hatte, für seinen Bestand kämpfte. Sie konnte das Wachstum, die Veränderung und Entwicklung der Organisation – ebenso wie die der Gärten – beobachten.

In ihrem Video macht Gartz den andauernden Wandel von Erde und Natur erlebbar. Sie zieht Parallelen zwischen Entwicklungen und Prozessen auf der Mikro-Ebene der Pflanzen, der Meso-Ebene des Hortus und der Makro-Ebene der Welt und des Universums. Das erreicht sie durch einen stetigen Fokuswechsel: so filmt sie nahe der Haut der Pflanzen und Blumen und schaut dann wieder mit Abstand auf den Garten und zeigt Wege, Flächen und Aussichten.

Im chinesischen Blumen-Pavillon schuf Wineke Gartz einen Raum mit gefärbten Fenstern in dem sich der Besucher ganz auf ihre Video-Installation einlassen kann. Im Video verwebt sie ihre Observationen der einzelnen Gärten des Hortus mit Archivmaterial und Textfragmenten. Die Klanglandschaft des Ton- und Bildenden Künstlers Arnout Killian kombiniert Geräusche aus den Gärten mit Musik und begleitet die Installation.

Ein wichtiger Leitfaden für Wineke Gartz war das Buch des Niederländers Peter Westbroek „De Ontdekking van de Aarde“ (Die Entdeckung der Erde). Der Geologe beschreibt darin, wie die Erde evolviert und zivilisiert. Um diesen Prozess zu verstehen ist seiner Meinung nach eine Synthese zwischen verschiedenen Wissenschaften und Disziplinen nötig, in der auch der Mensch seinen Platz haben muss: ein symbiotisches Weltbild. Mit ihrem kollagenartigen Video will Gartz zeigen, dass alles miteinander verbunden ist und Nichts gesondert betrachtet werden kann. Anlässlich dieser Ausstellung wird Westbroek im Hortus Haren einen Vortrag über 4,5 Milliarden Erdgeschichte in einer Nussschale halten.

Über Wineke Gartz

Wineke Gartz (Eindhoven, 1968) wohnt und arbeitet in Amsterdam. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der „Academie voor beeldende vorming“ in Tilburg, St. Joost in Breda und der „Rijksakademie van beeldende kunsten“ in Amsterdam. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre ortsspezifischen Installationen, die sie mit Video- und Diaprojektionen, Objekten, Zeichnungen, Musik und Licht verwirklicht. Ihre Arbeiten waren unter anderem in der „3A Gallery“ in New York, „Witte de With“ in Rotterdam und „DordtYart“ in Dordrecht zu sehen. www.winekegartz.com

Über Peter Westbroek

Peter Westbroek (1937), emeritierter Professor für Geophysiologie, wurde vor allem als Unterstützer der Gaia-Hypothese und als Mitbegründer der Erdsystemwissenschaft bekannt. Westbroek ist ruhendes Mitglied der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften und erhielt als erster Niederländer nach Erasmus eine Berufung an das „Collège de France“ in Paris. Sein Buch “De Ontdekking van de Aarde” (Die Entdeckung der Erde) inspirierte Wineke Gartz sehr. Westbroek ist ein Befürworter der Betrachtungsweise, die Erde als „ein zusammenhängendes System in der Perspektive ihrer schwindelerregenden Geschichte“ zu sehen. In seinem Buch argumentiert er für Notwendigkeit einer planetaren Selbsterkenntnis

Teil des Kunstprogramms “Verloren en Hervonden” (Verloren und Gefunden)

Für das Kunstprogramm „Verloren en Hervonden“ entwarfen fünf Künstler drei besondere Kunstwerke für den Hortus in Haren. Die Künstler erforschten auf innovative Art und Weise welche Funktion ein Botanischer Garten heutzutage ausfüllen kann. Die Kunstprojekte richteten ihr Augenmerk auf das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Landschaft. Am 9. Juni eröffnete Gabriel Lesters Brücke im Hondsrug-Garten den Reigen. Es folgte am 2.September 2017 die Eröffnung der „Hermitage“ gestaltet von Sjaak Langenberg und Rosé de Beer in Zusammenarbeit mit Refunc. Mit der Video-Installation „Cell Memory, Thank you Plant“ von Wineke Gartz im Chinesischen Blumen-Pavillon ist das Kunstprogramm Verloren en Hervonden nun abgeschlossen.

‘Cell Memory, Thank you Plant’ ist Teil des Kunstprogramms “Verloren en Hervonden” das im Auftrag der Stiftung “Behoud Groene-Hortus” von der Kooperative TAAK entwickelt wurde. „Verloren en Hervonden“ wurde u.a. ermöglicht von: Kunstraad Groningen, Mondriaan Fonds, Rijksuniversiteit Groningen (RUG), Vereniging Vrienden van de Hortus Haren, Gemeente Haren, Stichting Behoud Groene Hortus.

 

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